Japan Jin Shin Jyutsu

Jin Shin Jyutsu® – die Schriftzeichen

Jin Shin Jyutsu® – die Bedeutung der japanischen Schriftzeichen

仁神術

Kanji – Schriftzeichen

Jin Shin Jyutsu® – die Schriftzeichen: Meister Jiro Murai hat Anfang des 20. Jahrhunderts in Japan ein altes Wissen wiederentdeckt und nannte es 仁神術 – Jin Shin Jyutsu. Der Name „Jin Shin Jyutsu“ setzt sich aus sogenannten Kanji zusammen. Kanji wörtlich bedeutet chinesische(s) Schriftzeichen (Han-Zeichen) und ist abgeleitet von der chinesischen Han-Dynastie, zu deren Zeit das erste Zeichenlexikon (für chinesische Schriftzeichen) erstellt wurde. Die Han-Dynastie regierte das Kaiserreich China von 206 v. Chr. bis 220 n. Chr. Wann die chinesischen Schriftzeichen genau nach Japan kamen, gilt als historisch nicht gesichert: eventuell schon im 1. Jahrhundert oder erst später im 3. Jahrhundert oder spätes 4. Jahrhundert – als historisch gesichert gilt, dass auf jeden Fall ab dem 5. Jahrhundert die chinesischen Schriftzeichen in Japan benutzt wurden (Wikipedia.de).

Lesungen der Schriftzeichen

Es gibt meistens eine sinojapanische Lesung (aus dem Chinesischen entnommen) und eine reinjapanische Lesung eines Kanji. Wenn ein Wort aus mehreren Schriftzeichen besteht – ein Kompositum von Kanji -, gilt zumeist die sinojapanische Lesung. Nomen werden zumeist in Kanji geschrieben. Neben den Kanji besitzen die Japaner noch zwei weitere Schriftzeichen: Hiragana und Katakana, die sich ebenfalls aus chinesischen Schriftzeichen ableiten lassen. Katakana werden z. B. für Worte, die aus fremden Sprachen ins Japanische übernommen wurden, verwendet (Lehnwörter). Hiragana hingegen wird z. B. für Verbendungen und Partikel – Hilfswörter, die an Nomen angehängt werden, gebraucht.

Einzelne Kanji von Jin Shin Jyutsu

Jin Shin Jyutsu® – die Schriftzeichen: Jin Shin Jyutsu setzt sich aus drei verschiedenen Kanji zusammen.
– sinojapanische Lesung: jin – Bedeutung: 1. Barmherzigkeit, Edelmut, Wohltätigkeit, Güte, Menschenliebe, Humanität, höchste Tugend (Wadoku.de) zwischenmenschliche Vertrautheit, Liebe, Mitgefühl. 2. Mensch, Person (Wadoku.de) – abgeleitet: mitfühlender Mensch
Das Zeichen für den mitfühlenden Menschen ist selbst bereits zusammengesetzt:
人 – reinjapanische Lesung: hito – sinojapanische Lesung: u. a. jin – der Mensch – im Profil oder als zwei Beine angedeutet. Dieses Zeichen findet sich im ersten Teil von 仁 als sogenanntes Radikal – ein „Grundzeichen“ auf dem das Kanji basiert – wieder: der vertikale Strich mit dem schrägen Strich darüber. Daran anschließend sind zwei Querstriche. Interpretierend kann man sagen, dass die zwei Querstriche eine bestimmte Qualität des Menschen beschreiben: der Mensch geht in Beziehung zu etwas, er wird mitfühlend. Weiterhin kann man es so deuten, dass der Mensch in Beziehung geht zu dem folgenden Kanji – also zum Schöpfer und eine Verbindung zum Schöpfer / zu den (inneren) Göttern entsteht.Aus dem 5-Tage-Kurs wissen wir zudem, dass es aus den persönlichen 5 Tiefen zwei Brücken in die 6. Tiefe gibt. Die 6. Tiefe repräsentiert dann die Quelle, aus denen die inneren Götter, die Energieströme entstehen, die sich im Körper zeigen.

– sinojapanische Lesung: shin – reinjapanische Lesung: kami – Bedeutung: Schöpfer, Gott, Götter, Göttin, Gottheit. Es gibt im Japanischen keine Einzahl und keine Mehrzahl in Nomen; die genaue Bedeutung ergibt sich aus dem Kontext.

– sinojapanische Lesung: jutsu (These: die bei „uns“ gebräuchliche Schreibweise jyutsu entstammt wahrscheinlich aus einer älteren Version einer bestimmten Umschrift) – Bedeutung: u. a. Kunst, Technik, Weg (Wadoku.de). Das in 術 enthaltene Radikal 行 hat verschiedene Lesungen und Übersetzungen: u. a. gehen, fahren, reisen, pilgern.

Erweiterter Hinweis – dieses Zeichen ist nicht in Jin Shin Jyutsu enthalten: 道 – Lesung: reinjapanisch: michi – sinojapanisch: dō, tō, (tao/dao)(Wadoku.de) – als ein Bestandteil des Zeichens für den (chinesischen) Daoismus (im Japanischen 道教 geschrieben). Dieses Zeichen wird im Japanischen oft im Zusammenhang mit einem Weg, den man beschreitet, um etwas zur Meisterschaft zu bringen, verwendet: Judo, Aikido, Kyudo (Bogenschießen). Mit 術 – jutsu/jyutsu beinhaltet das Jin Shin Jyutsu somit auch so etwas wie die Vorstellung eines Weges, den man gehen kann.

Aneinanderreihung der Kanji zu Jin Shin Jyutsu

Im Japanischen können – wie im Deutschen auch – Nomen aneinandergereiht werden. Im Deutschen z. B. Straßen-bahn, Auto-bahn, Straßen-verkehrs-amt usw. Wenn eine bestimmte Beziehung der Nomen erfolgen soll – im Deutschen durch Benutzung eines Kasus – z. B. Genitiv: der Wagen meines Vaters – werden im Japanischen sogenannte Partikel verwendet, die an ein Wort angehängt werden. Das ist jedoch bei der „Wortbildung“ „Jin Shin Jyutsu“ nicht der Fall. Von daher ist die reine Übersetzung von „Jin Shin Jyutsu“: mitfühlender Mensch – Schöpfer/Götter – Kunst. Somit lassen sich verschiedene Interpretation bzw. Zusammenhänge aus den drei Worten herleiten.

3 Ebenen der Interpretation

1. Ebene – Selbsthilfe – die Kunst des Schöpfers für mich persönlich
2. Ebene – Fremdhilfe – die Kunst des Schöpfers durch den mitfühlenden Menschen
3. Ebene – (tiefes) Wissen um die Bedeutung und die Verbindung des Menschen zu den Göttern – in diesem Fall zu seinen inneren Göttern, die den vielfältigen Strömen entsprechen – die Kunst, der Weg des mit den inneren Göttern verbundenen Menschen – die Kunst der Verbundenheit des Menschen mit seinen inneren Göttern/Strömen (sinngemäß)

古事記 – Kojiki

Die 3. Ebene lässt sich aus dem 古事記 – (japanischen) Kojiki – Aufzeichnung alter Geschehnisse /Begebenheiten, welches um das Jahr 712 n. Chr. geschrieben wurde, ableiten. Auf dem Kojiki basiert der Shintoismus (神道 – shintō – Weg der Götter), welcher neben dem Buddhismus der zentrale Glaube in Japan ist. Das Kojiki gibt historisch-mythologisch zunächst eine Beschreibung der Götter / der Götterwelt /das Zeitalter der Götter, beschreibt dann die Entstehung der Welt der Menschen bis zum ersten japanischen Kaiser (Antoni, Klaus; S. 273, Kojiki – Aufzeichnung alter Begebenheiten) sowie die weitere Linie der Kaiser bis zur 33. Kaiserin Suiko (554 bis 628; Suiko-tennou war die erste Frau, die die Position des Tennou/Tenno innehatte – tennou wird im Deutschen mit Kaiser übersetzt) (Wikipedia). Meister Jiro Murai hat neben der historischen-mythologischen Sichtweise mit einem anderen Blickwinkel auf das Kojiki geschaut. So kann man es zumindest aus der Deutung der ersten Verse des Kojiki von Mary Burmeister im Kurs „Erkenne mich selbst“ annehmen. Die Beschreibung der (äußeren) Götterwelt wird als die Geschichte der Entstehung des einzelnen Menschen und Beschreibung der Entstehung der (inneren) Götterwelt (der einzelnen Ströme) hergeleitet: vom Hauptzentralstrom – im Kojiki in Japanisch als ame-no-minaka-nushi-no-kami benannt – bis zu den Myriaden von weiteren Energieströmen (144.000 Energieströme).

仁神術 – 13er – Himmel / 14er – Mensch / 15er- Erde – Ebene (SES) des Kanji

In der Mitte des Kompositum der drei Kanji steht 神 – der Schöpfer, Gott, Götter, welcher die 13er-Ebene – die Himmelsebene repräsentiert. Der (mitfühlende) Mensch, das erste Kanji ,bildet die 14er-Ebene – die Ebene des Menschen. Das letzte Zeichen ist ein Symbol für die Erde und somit die 15er-Ebene. Man könnte jetzt argumentieren, dass Kunst als solche von Menschen geschaffen ist/wird und somit gar nicht die Erde darstellen kann. Jedoch ist die Kunst, um die es hier geht, ja nicht von Menschen geschaffen, sondern durch das Göttliche, den Schöpfer auf die Erde gekommen. Interpretierend könnte man sagen, wird dies angedeutet durch das im letzten Kanji als Radikal enthaltene Zeichen von gehen – 行 – sinojapanische Lesung: i(ku), yu(ku) usw., welches das mittlere Zeichen umschließt. Der Weg, das Gehen kann natürlich auch von menschlicher Seite betrachtet werden und ist so ein Weg (über das Gehen) wieder zurück zum Göttlichen. Da das Zeichen für Schöpfer in der Mitte der drei Kanji steht, ergibt sich zum einen ein Bezug zum Menschen und zum anderen wird klar, dass die Kunst vom Schöpfer in die Welt, auf die Erde gebracht wurde. Außerdem wird so der Schöpfer bzw. die inneren Götter in den Mittelpunkt gestellt.

Veröffentlicht in der JIN SHIN JYUTSU-Fachzeitschrift „Main Central“ im Heft 74 2018 Sommerausgabe
Autor des Artikels: Holger Stockinger – Jin Shin Jyutsu® – Practitioner
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